Fledermaus

Großes Mausohr

Wissenschaftlicher Name: Microchiroptera
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)

Unterordnung: Fledermäuse
Größe: Variiert je nach Art zwischen Kopfrumpflängen von 3-14 cm und Körpergewicht von 2-200 g

 

 

 

Allgemeines:

Die Fledermäuse (Microchiroptera) sind eine Säugetiergruppe, die zusammen mit den Flughunden (Megachiroptera) die Ordnung der Fledertiere (Chiroptera) bilden. Zu dieser Ordnung gehören die einzigen Säugetiere und neben den Vögeln die einzigen Wirbeltiere, die aktiv fliegen können.

 

Merkmale:

Fledermäuse sind im Durchschnitt kleiner als Flughunde. Als größte Fledermausart gilt die Australische Gespenstfledermaus (Macroderma gigas), die eine Flügelspannweite von 60 Zentimetern erreichen kann. Die kleinste Fledermaus ist die Schweinsnasenfledermaus (Craseonycteris thonglongyai) oder Hummelfledermaus, die neben der Etruskerspitzmaus als kleinstes Säugetier der Welt gilt.Fledermäuse besitzen ein dichtes, oft seidiges Fell, das meistens grau bis braun oder schwärzlich gefärbt ist und keinen Haarstrich aufweist. Die Bauchseite ist bei fast allen Arten heller als der Rücken. Viele Arten haben Nasenblätter oder andere Gesichtsstrukturen, die zum Aussenden oder Verstärken der Ultraschalllaute für die Orientierung dienen. Die Ohren, die bei manchen Arten drastisch vergrößert sind, sind oft mit Rillen oder Furchen versehen. Die Annahme, dass bei den Fledermäusen der optische Sinn aufgrund der Entwicklung der Echoortung stark reduziert sei, ist durch Verhaltensversuche widerlegt worden. Fledermäuse können schwarz-weiß sehen, und wie aufgrund jüngster Untersuchungen festgestellt wurde, können einige Arten auch UV-Licht sehen. Zusätzlich verfügen Fledermäuse, ähnlich wie Zugvögel über einen Magnetsinn und orientieren sich bei Langstreckenflügen an den Linien des Erdmagnetfeldes. Fledermäuse besitzen in der Regel ein Gebiss aus 32 bis 38 Zähnen. Die Eckzähne sind stark ausgeprägt und dienen zum Aufbrechen des Chitinpanzers ihrer Beuteinsekten, den Vampirfledermäusen zudem zum Anritzen der Haut ihrer Wirte. Die Skelettelemente sind meistens sehr dünn und zart ausgebildet, um ein möglichst geringes Gewicht zu bilden. Die Augen sind meistens sehr klein, schwarz und wimpernlos. Im Mundbereich und bei einigen Arten auch im Bereich der Nase besitzen die Tiere empfindliche Sinneshaare. Die Drüsen im Mundbereich sezernieren ein öliges Sekret, welches zur Pflege der Flughäute eingesetzt wird.

 

Vorkommen:

Fledermäuse kommen auf allen Kontinenten der Erde außer der Antarktis und einigen polaren Regionen vor. In Europa sind etwa 40 Arten verbreitet, davon knapp 30 auch in Mitteleuropa. Weltweit gibt es rund 900 Fledermausarten.

© Manuel Werner - Kleiner Abendsegler

Fledermausarten im Spreewald:

In den größeren Höhlen alter Bäume des Biosphärenreservats finden insgesamt 13 Fledermausarten ihren Lebensraum, wie:

  • Braunes Langohr
  • Breitflügelfledermaus
  • Abendsegler
  • Wasserfledermaus
  • Zweifarbenfledermaus

 

Lebensweise:

Die Fledermäuse können sich ihrem Lebensraum perfekt anpassen. Das prägt auch ihre Ernährung. Die meisten Fledermausarten fressen Insekten, die sie teilweise im Flug erbeuten. Größere Arten ernähren sich auch von kleineren Säugetieren (Nagetiere, kleinere Zugvögelarten, andere Fledermäuse, Frösche und Fische). In den Tropen und Subtropen gibt es auch vegetarisch lebende Arten. Diese spielen eine wichtige Rolle für die Pflanzen, deren Blüten sie bestäuben und deren Samen sie verbreiten. Die drei Arten der Vampirfledermäuse (Desmodontinae) ernähren sich vom Blut anderer Tiere.

 

Echoortung:

Mit ihrem Echoortungssystem (oder auch Ultraschallortung) haben die Fledermäuse eine sehr effektive Methode entwickelt, um sich im Dunkeln zurechtzufinden und Insekten zu jagen, ohne ihre Augen einzusetzen. Dabei stoßen sie Ultraschallwellen aus, die von Objekten als Reflexionen zurückgeworfen werden. Die einzelnen Echos werden von der Fledermaus aufgenommen und in die richtige Abfolge gebracht. Durch die Zeitunterschiede kann das Gehirn die Umgebung erfassen und somit orten, wie weit ein Baum oder Insekt entfernt ist und sogar, mit welcher Geschwindigkeit und Richtung sich ein Beutetier bewegt. Die Lautstärke des Rufes kann dabei bis zu 140 Dezibel (beim ­Großen Hasenmaul Noctilio leporinus) erreichen. Damit das Echoortungssystem richtig funktionieren kann und alle Möglichkeiten optimal ausgeschöpft werden, ist eine spezielle Anpassung der verschiedenen Organe notwendig. So sind bei den Fledermäusen viele Körperteile genau auf den Gebrauch der Echoortung ausgelegt. Allerdings benutzen nicht alle Fledermäuse ihre Ortungssysteme. So verwenden vor allem insekten- und nektarfressende Fledermäuse den Ultraschall, während große Fledermäuse gewöhnlich darauf verzichten.

 

Natürliche Feinde:

Tag- und nachtaktive Raubtiere, wie Katzen, Greifvögel und Eulen stellen eine Gefahr für die Fledermäuse dar. Große, fleischfressende Fledermausarten können auch kleinere Fledermäuse neben anderen Beutetieren jagen. Die weltweite Hauptbedrohung ist jedoch der Verlust des Lebensraumes sowie in geringerem Ausmaß die Bejagung durch den Menschen. Insbesondere die auf kleinen Inseln wohnenden Arten sind dabei gefährdet.Weltweit gelten vier Arten als ausgestorben, rund 20 als stark bedroht, zahlreiche weitere als bedroht oder gefährdet. 17 der deutschen Arten werden in den Gefährdungskategorien der Roten Liste Deutschlands geführt.

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